Custom GPTs werden abgeschaltet: So ziehst du um
Vielleicht hast du dir einen oder mehrere eigene GPTs gebaut. Einen, der deine Angebote kennt, einen, der in deinem Ton schreibt, einen, der dir beim Planen hilft. Sie sind leise Teil deines Alltags geworden, und jetzt kommt die Nachricht, dass es sie bald nicht mehr gibt.
Ich verstehe gut, wenn sich das im ersten Moment wie ein Verlust anfühlt. Er ist es aber nicht, wenn du rechtzeitig handelst, und genau darum geht es in diesem Artikel.
Was gerade passiert
OpenAI hat am 11. September 2026 angekündigt, die Custom GPTs einzustellen. Seit Ende September lassen sich keine neuen mehr anlegen, und am 11. Dezember 2026 hören die bestehenden voraussichtlich auf zu arbeiten. Offiziell bestätigt ist dieser Termin für Geschäftskonten, für die übrigen Abos schreibt OpenAI, sie folgten voraussichtlich demselben Zeitplan. Alle Angaben stehen unter Vorbehalt.
Betroffen sind übrigens nicht nur die GPTs, die du selbst gebaut hast, sondern auch die aus dem Store, die du benutzt. Ob es für einen fremden GPT einen Nachfolger gibt, entscheidet die Person, die ihn gebaut hat.
Was mitkommt und was verloren geht
Als Ersatz setzt OpenAI auf sogenannte Plugins. Bei der automatischen Umstellung wird die Anweisung deines GPT zu einem Skill im neuen Plugin, und deine Wissensdateien werden als Referenzdateien übernommen.
Nicht mit umziehen:
- Deine bisherigen Gespräche mit dem GPT.
- Aktionen, also Verbindungen zu anderen Programmen.
- Gesprächsstarter, die Knöpfe mit den vorbereiteten Fragen.
- Die Freigaben: Das neue Plugin startet privat. Wer deinen GPT bisher benutzen durfte, hat auf den Nachfolger nicht automatisch Zugriff.
Und ein Punkt, der wirklich eilt: Hochgeladene Dateien lassen sich aus einem GPT nicht zuverlässig zurückholen. Schau deshalb heute nach, ob du die Originale noch auf deinem Rechner hast.
Warum das kein Verlust ist
Ich habe über 80 GPTs gebaut, rund 15 davon für Kundinnen und Kunden. Die Nachricht hat also auch mich getroffen. Und ich gebe es offen zu: Selbst ich lag schon daneben. Bei meinem Live-Call am 6. Oktober bin ich noch davon ausgegangen, dass man mit dem Pro-Abo keine Plugins bauen kann. Das war falsch. Was in welchem Abo möglich ist, ob Projekte, Skills oder Plugins, ändert sich bei OpenAI gerade fast von Woche zu Woche.
Genau deshalb rate ich dir, nicht auf die perfekte Bauform zu warten. Was einen guten GPT ausgemacht hat, war nie die Bauform. Es war die Anweisung, also der Text, in dem steht, wer er ist, was er tut und wie er klingt. Diese Anweisung ist deine eigentliche Arbeit, und sie funktioniert weiter. Sie zieht nur um.
So ziehst du um, in drei Schritten
1. Sichern. Öffne jeden GPT, den du behalten willst, im Bearbeitungsmodus und kopiere die Anweisung in ein eigenes Dokument. Leg die Wissensdateien daneben. Mach das jetzt, nicht im Dezember, denn was danach noch erreichbar ist, weiss heute niemand genau.
2. Ein neues Zuhause wählen. Für die meisten ist ein Projekt in ChatGPT der einfachste Ort. Projekte gibt es in jedem Abo, auch im kostenlosen, und sie haben eine eigene Anweisung, eigene Dateien und ein eigenes Gedächtnis. Je nach Abo stehen dir zusätzlich Skills oder Plugins offen. Welcher Weg für dich passt, hängt davon ab, wie du arbeitest und wer den Assistenten sonst noch nutzt.
3. Testen. Stell deinem umgezogenen Assistenten drei Fragen, die du auch dem alten GPT gestellt hast, und vergleiche. Wenn etwas fehlt, liegt es fast immer an der Anweisung oder an einer Datei, die nicht mitgekommen ist.
Nach meiner Erfahrung wirken übrigens drei bis fünf gute Dateien besser als zwanzig mittelmässige. Der Umzug ist ein guter Moment, um auszumisten.
Und wenn du das lieber nicht allein machst
Genau dafür gibt es meinen nächsten WAItblick Impulse am Dienstag, 3. November 2026, um 19:00 Uhr, online und kostenlos. In einer Stunde zeige ich dir den Weg Schritt für Schritt am Bildschirm, und danach ziehen wir gemeinsam um. Du machst mit, und ich bleibe dran, bis es bei dir läuft. Halt dein ChatGPT offen und nimm den GPT mit, den du behalten willst. Es gibt keine Aufzeichnung, sei also am besten live dabei.
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Wenn du mehrere Assistenten für dein Team umziehen oder gleich neu aufstellen willst, schauen wir das in einer KI-Beratung gemeinsam an. Und wenn du dir über ein paar Wochen deinen ganzen KI-Alltag aufbauen möchtest, ist WAItblick der richtige Rahmen.
Häufige Fragen
Muss ich selbst etwas tun, oder stellt OpenAI automatisch um? OpenAI hat eine automatische Umstellung angekündigt, sie nimmt aber nicht alles mit: Gespräche, Aktionen und Gesprächsstarter fallen weg, und das neue Plugin ist zuerst privat. Wer die Anweisung selbst sichert, ist auf der sicheren Seite, egal wann und wie umgestellt wird.
Ich habe nur das Plus-Abo oder das kostenlose. Bin ich abgehängt? Nein. Projekte gibt es in jedem Abo, und für einen guten KI-Assistenten brauchst du nicht mehr als eine klare Anweisung und ein paar gute Dateien.
Lohnt es sich überhaupt noch, einen KI-Assistenten zu bauen? Ja, mehr als vorher. Wenn du die Anweisung sorgfältig baust, passt sie in ein Projekt, in einen Skill und in alles, was danach kommt. Du baust diesmal also für die nächste Umstellung gleich mit.
Quellen
- OpenAI Hilfe-Center: Custom GPT retirement and migration FAQ
- ADTmag, 28.09.2026: OpenAI's Custom GPT Retirement Puts Integrations on the Migration Checklist
- SiteSpeakAI: Custom GPTs Retire December 11: How to Migrate to Plugins
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